Gemeinden & Institutionen

Gemeinden & Institutionen
Photo by Dylan Gillis / Unsplash

DACH, LI, EWR & UK

Internes Dokument · cBUZZ.IO · Stand: Februar 2026


Drei Säulen. Eine Infrastruktur.

Wir haben zwei Zielgruppen etabliert: Firmen (mit UID, Erstfokus Kreativagenturen) und Vereine (ZVR/VR-Register, ~750.000 in D-A-CH). Jetzt kommt die dritte – und sie ist überraschend groß, überraschend strukturiert und überraschend gut erreichbar.

Gemeinden & Institutionen

Österreich hat 2.093 Gemeinden. Deutschland 10.956. Jede einzelne ist eine juristische Person des öffentlichen Rechts mit eigener UID. Jede hat Adressen, Kontaktpersonen, Dienstleistungen, Infrastruktur – und einen gesetzlichen Auftrag zur Transparenz.

Das ist kein Nischenmarkt. Das ist der dritte tragende Pfeiler unseres who.is.who@-Ökosystems.

Zielgruppe Österreich Deutschland D-A gesamt
Firmen (UID) ~550.000 ~3.500.000 ~4.050.000
Vereine (ZVR/VR) ~130.000 ~616.000 ~746.000
Gemeinden 2.093 10.956 13.049
Gesamt ~682.000 ~4.127.000 ~4.809.000

Rund 4,8 Millionen Organisationen in D-A allein. Und wir reden noch nicht über CH, LI, die gesamte EU oder UK.


Warum Gemeinden perfekt ins Ökosystem passen

Sie sind bereits im System

Österreichische Gemeinden sind juristische Personen des öffentlichen Rechts. Sie beantragen ihre UID via Formular U15 – genau wie jede GmbH. Unser Primary Key (UID = eindeutiger Identifier) funktioniert also auch für Gemeinden ohne Sonderbehandlung.

Beispiel: Die Stadt Wien führt eine einzige UID (ATU37853809) für alle Magistratsabteilungen. Kapfenberg, Oberwart, Klosterneuburg – alle dabei.

In Deutschland ist es etwas differenzierter: Nicht alle 10.956 Gemeinden haben eine USt-IdNr. Nur jene mit EU-Geschäftstätigkeit beantragen sie beim Bundeszentralamt für Steuern (§2b UStG). Aber das Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys liefert kostenlose Excel/CSV-Downloads mit AGS (Amtlicher Gemeindeschlüssel), Adressen und Bevölkerungszahlen – ein sauberer Seed für unsere Datenbank.

Sie haben dieselben Bedürfnisse wie KMU

  • Sichtbarkeit: Bürger und Unternehmen suchen Gemeindekontakte, Öffnungszeiten, Dienstleistungen → who.is.who@-Profil macht sie auffindbar
  • Kommunikation: Verwaltung braucht sichere Kanäle → deCHAT.me passt (DSGVO-konform, EU-Hosting)
  • Website: Viele kleine Gemeinden haben veraltete, schlecht gewartete Sites → hosting@ ist attraktiv
  • Open Data: Gemeinden stehen unter Transparenzpflicht – ein professionelles Profil erfüllt Anforderungen und spart Aufwand

Sie sind institutionelle Anker

Anders als Einzelfirmen wechseln Gemeinden ihren Hoster nicht nach dem nächsten Angebot. Gemeinde-IT ist politisch – wer einmal drin ist, bleibt. Das bedeutet: noch niedrigerer Churn als Vereine.


Die 99%-These: Warum das kein B2B-Verzeichnis ist

Hier liegt das Investor-Argument, das aus „B2B-Verzeichnis" etwas qualitativ anderes macht:

Nicht „B2B-Verzeichnis" – sondern organisatorische Infrastruktur mit 99% Bevölkerungsreichweite.

Rechnen wir das durch:

Organisation Ø Reichweite
Firma Ø 5–10 Mitarbeiter/Kontaktpersonen
Verein Ø 100–500 Mitglieder
Gemeinde AT Ø ~4.000 Einwohner
Gemeinde DE Ø ~7.500 Einwohner

Jede Person in D-A ist entweder:

  • Arbeitnehmer einer Firma (oder Selbstständige/r)
  • Mitglied eines Vereins (Sport, Kultur, Feuerwehr, Elternverein...)
  • Einwohner einer Gemeinde

Meist alle drei gleichzeitig.

Wenn who.is.who@ alle Firmen, Vereine und Gemeinden in D-A erfasst, erreichen wir über die Multiplikatoren-Effekte dieser Netzwerke ~99% der Bevölkerung – indirekt, organisch, ohne Push-Marketing.

Das ist kein Hype. Das ist Mathematik.


OpenCorporates: Der Turbo für unsere Seed-Daten

Bevor wir in Phase 2 (DE) selbst alles crawlen, gibt es eine smarte Abkürzung: OpenCorporates.

  • 235 Millionen Firmen aus 145+ Jurisdiktionen – AT, DE, UK alle enthalten
  • Lizenz: Open Database License (ODbL) – Share-alike + Attribution
  • Für Open-Data-Projekte unter gleicher Lizenz: kostenlos nutzbar
  • Kommerziell: ab £2.250/Jahr (Essentials)

Was OpenCorporates hat: Firmenname, Registernummer, Gründungsdatum, Adresse, Rechtsform, Status, Directors, Konzernstrukturen, Jurisdiktions-Codes, Links zu Originalquellen.

Was OpenCorporates nicht hat: UID/VAT-Nummern. Die müssen wir separat via VIES-Batch ergänzen.

Die empfohlene Seed-Strategie für Phase 2 (DE):

Monat 1:    OC-Seed-Import (AT/DE Firmen)           → Masse aufbauen
Monat 1-2:  VIES-Batch-Validierung                  → UIDs ergänzen
Monat 2-3:  Crawler-Anreicherung (Websites, Impressum, Kontakte)
Monat 3+:   Laufende Synchronisation
Lizenz:     Bei hosting@-Revenue > £2.250/Jahr → Commercial License wechseln

Wichtiger Hinweis: OpenCorporates ist nicht Echtzeit – periodisches Scraping der Register, mit Zeitverzögerung. Für unser MVP vollkommen ausreichend. Aktualität erreichen wir durch eigene Crawler-Pipeline on top.

An DevOps: Kein Scraping von OpenCorporates (AGB). Nur API-Zugang oder offizieller Bulk-Download unter ODbL-Lizenz.

UK: Das offenste Firmenregister der Welt

UK ist Post-Brexit aus dem EU-VAT-System ausgeschieden. GB-VAT-Nummern sind über VIES nicht mehr validierbar. Das klingt kompliziert – ist es aber nicht.

Ausnahme Nordirland: Durch das Windsor Framework führen nordirische Unternehmen weiterhin einen XI-Präfix in ihrer VAT-Nummer und sind in VIES abrufbar (allerdings nur für Waren, nicht Dienstleistungen).

Für uns interessanter: Companies House.

Feature Details
Firmen 5+ Millionen, vollständig offen
Bulk-Downloads CSV, monatliche Snapshots, kein Login nötig
API Firmen, Officers, PSC (People with Significant Control)
Streaming API Echtzeit-Änderungen
XBRL-Bilanzdaten Tägliche/monatliche Downloads
Primary Key Company Number (NICHT UID/VAT)
Bewertung Offenstes Firmenregister weltweit

Das ist ein Datenschatz. Aber: Companies House braucht eine eigene Architektur. Der Primary Key ist die Company Number – nicht die UID. Das bedeutet eine separate Tabelle, separate Crawler-Logik, separate Validierungsroutinen.

Deshalb: UK ist Phase 5. Nicht weil die Daten schlechter sind – im Gegenteil – sondern weil wir zuerst AT und DE sauber aufbauen und dann UK als eigenständige, hervorragend dokumentierte Erweiterung dranschalten.

Schema-Erweiterungen für UK (Phase 5):
├── firms_uk (Partition: Company Number als Key)
├── Felder: company_number, company_name, registered_office, status, type
├── Keine VIES-Integration (GB-VAT nicht in VIES)
└── Nordirland: XI-VAT zusätzlich speichern (VIES-kompatibel)

Die Expansions-Roadmap

Phase Markt Entitäten Datenquelle Primary Key
1 (jetzt) AT Firmen + Vereine + Gemeinden edikte.at, ZVR, VIES, GV-ISys-AT UID
2 DE Firmen + Vereine + Gemeinden OpenCorporates, GV-ISys, VIES UID
USt-IdNr.
3 CH Firmen + Vereine + Gemeinden Zefix, OpenCorporates UID im CHE
Format
4 EWR Alle EU/EEA-Länder VIES, OpenCorporates UID
Länder
5 UK Firmen + Councils Companies House API Company
ID Number

Sequenz, nicht Parallelität. AT zuerst – sauber, vollständig, als Proof of Concept. Dann DE als erster Scale-Step. Dann CH/LI (kleinerer Markt, aber höhere Kaufkraft). Dann EWR-Rollout mit vorgefertigter Multi-Country-Architektur. UK als letzter Schritt mit angepasseter Architektur.

Datenbankschema-Erweiterungen (nötig ab Phase 1):

-- Gemeinden (municipalities) – neue Tabelle analog zu firms und associations
CREATE TABLE municipalities (
  id BIGSERIAL PRIMARY KEY,
  uid VARCHAR(20),                          -- Österreich: via VIES abrufbar
  ags VARCHAR(10),                          -- Deutschland: Amtlicher Gemeindeschlüssel
  name TEXT NOT NULL,
  gemeindekennzahl VARCHAR(10),             -- AT-spezifisch
  land CHAR(2) NOT NULL,
  plz VARCHAR(10),
  ort VARCHAR(100),
  bev_anzahl INTEGER,                       -- Einwohnerzahl
  website VARCHAR(255),
  email VARCHAR(255),
  status VARCHAR(20) DEFAULT 'active',
  created_at TIMESTAMPTZ DEFAULT NOW(),
  updated_at TIMESTAMPTZ DEFAULT NOW()
) PARTITION BY LIST (land);

CREATE TABLE municipalities_at PARTITION OF municipalities FOR VALUES IN ('AT');
CREATE TABLE municipalities_de PARTITION OF municipalities FOR VALUES IN ('DE');

Was das für den 10-Monats-Plan bedeutet

Gemeinden sind kein Ersatz für den Fokus auf Kreativagenturen. Sie sind eine parallele Wachstumsschiene, die sich selbst aufbaut:

Phase 1 (AT): Alle 2.093 Gemeinden per Bulk aus öffentlichen AT-Quellen importieren. Kostenloser who.is.who@-Basiseintrag. Gemeinden können ihr Profil claimen und anreichern. Kein aktives Outreach nötig – die Daten sind öffentlich.

Phase 2 (DE): GV-ISys-Download, OpenCorporates-Seed, VIES-Ergänzung. Priorisierung nach Bevölkerungsgröße – Städte zuerst.

Revenue-Pfad: Gemeinden brauchen Websites, sichere Kommunikation, E-Mail-Infrastruktur. hosting@ ab €4,90/M, deCHAT.me als DSGVO-konformes Kommunikationstool. Langfristig: Gemeinde als Reseller für lokale Unternehmen.


Zusammenfassung: Drei Säulen tragen das Dach

Unser Ökosystem steht auf drei Fundamenten:

1. Firmen – Der Erstfokus. 550.000 in AT, 3,5 Mio. in DE. Kreativagenturen als Einstiegssegment. UID als eindeutiger Key. Revenue über hosting@, Reseller, Partner-Programm.

2. Vereine – Die Multiplikatoren. 750.000 in D-A. Niedrige Preissensibilität, hohe Loyalität, starke Netzwerke. ZVR/VR-Register als Datenquelle.

3. Gemeinden – Die institutionellen Anker. 13.049 in D-A. Öffentlich zugängliche Daten, UID vorhanden, DSGVO-Sensibilität hoch → perfekter Fit für EU-Hosting.

Zusammen: ~4,8 Mio. Organisationen in D-A. Mit Multiplikatoren: ~99% Bevölkerungsreichweite.

Und UK wartet als Phase 5 mit dem offensten Firmenregister der Welt. 🌍

Unternehmer unternehmen. Vereine verbinden. Gemeinden gestalten. Zusammen bauen wir die organisatorische Infrastruktur Europas. 🌿

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05 – Vereine: Die übersehene Power-Zielgruppe Whitepaper Technik

Stand: Februar 2026 Version: 1.0 Autoren: DevOps (cBUZZ.IO) + Claude (Anthropic) Relevant für: DevOps, Geschäftsleitung, Marketing Veröffentlicht: recode.at/gemeinden-institutionen